Vermischtes / Monheim, 01.09.2012

Stadt gibt Buch über Zwangsarbeiter heraus

Während des Dritten Reichs mussten in Monheim, Baumberg und Hitdorf rund 1400 Frauen und Männer Zwangsarbeit leisten.

 

„Kenntnisse werden beträchtlich erweitert“

In der lokalen Geschichtsschreibung wurden sie bisher allenfalls am Rande erwähnt. Das ändert sich nun gründlich mit dem Buch „Zwangsarbeit in Monheim, Baumberg und Hitdorf“. Autor der Studie ist Dr. Karl-Heinz Hennen (69), ehemaliger langjähriger Leiter der Monheimer Volkshochschule. „Die Studie ergänzt frühere Veröffentlichungen über die Zeit des Dritten Reichs und erweitert unsere Kenntnisse über die damaligen örtlichen Verhältnisse beträchtlich“, sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann nun bei der Vorstellung des Buchs.

Viele persönliche Schicksale

In der umfangreichen Publikation zeichnet Karl-Heinz Hennen viele persönliche Schicksale nach. Als Grundlage für seine Forschungen diente ihm die im Monheimer Stadtarchiv erhaltene Namenskartei der Zwangsarbeiter. Die detaillierte Auswertung ergab, dass die Zwangsarbeiter keineswegs nur in der Rüstungsindustrie eingesetzt wurden, sondern in nahezu sämtlichen Wirtschaftszweigen. Sie wurden schlecht untergebracht und ernährt, unzureichend medizinisch versorgt und kaum entlohnt. Dabei wäre ohne die Zwangsarbeiter nicht nur die Industrieproduktion zusammengebrochen, sondern auch die Versorgung der Bevölkerung. Hennen arbeitete mehrere Jahre an seiner Untersuchung. „Als Glücksfall erwies sich die umfangreiche Meldekartei. Sie geht bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück, als viele ausländische Arbeitskräfte freiwillig hier tätig waren. Ebenso waren (fast) alle Zwangsarbeitskräfte erfasst. Außer Personal- sowie An- und Abmeldedaten enthalten die Karten Wohnadressen, Arbeitgeber, Urlaube, Korrespondenzerlaubnisse, Krankenhausaufenthalte, Todesursachen und anderes mehr”, berichtet Hennen. Insgesamt ermittelte er rund 1900 Personen – die Gesamtauswertung ist einer dem Buch beigefügten CD zu entnehmen.

Herausgeber des Buchs „Zwangsarbeit in Monheim, Baumberg und Hitdorf“ ist die Stadt Monheim am Rhein. Zuschüsse zu den Druckkosten gewährten die Firma Uniferm und die MEGA Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorgung. Das Buch (broschiert, 210 Seiten mit beigefügter CD) ist für 12,95 Euro erhältlich bei der Bücherstube Rossbach, Alte Schulstraße 35. Autor Karl-Heinz Hennen und Bürgermeister Daniel Zimmermann stellen das Buch vor am Mittwoch, 5. September, ab 19.30 Uhr in der Bibliothek, Tempelhofer Straße 13. Die Teilnahme ist kostenlos.

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