Samuel Küppers. Foto: Jürgen Steinbrücker

Vermischtes / Langenfeld, 02.09.2010

Mit pfiffiger Technik beim cSc dabei

Samuel Küppers würde gerne Fahrrad fahren, so wie alle Jugendlichen seines Alters. Also etwas ganz Alltägliches - wenn seine Beine nicht gelähmt wären und er nicht auf einen Rollstuhl angewiesen wäre.

 

7-Gang-Nabenschaltung

Während nichtbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene beim Fahrradfahren kräftig mit den Füßen (lat.: „pes, pedis”) in die „Pedale“ treten können, um sich fortzubewegen, muss man sich bei Rollifahrern etwas anderes einfallen lassen. Genau das haben pfiffige Techniker getan: Sie haben die Tretkurbel nach oben verlegt, so dass zum Beispiel Querschnittsgelähmte nun mit der Hand (engl. „hand”) kurbeln können. So ist das „Bike“ (deutsch: Fahrrad) ein Vorsatzfahrrad, das an fast jeden modernen Rollstuhl angeklemmt werden kann. Eine noch sportlichere Variante ist, dass Samuel die großen Reifen circa 20 cm nach hinten versetzen kann. Eine ausgereifte Version von einem „hand-bike”, so wie Samuel es besitzt, hat eine 7-Gang-Nabenschaltung, die auch beim Stillstand des Gefährts betätigt werden kann; der Schalthebel befindet sich zwischen den Kurbeln in Handnähe.

Fahrradcomputer

Es hat auch eine Trommelbremse, die durch Rückwärtsdrehen der Antriebskurbeln betätigt wird; dadurch können beim Bremsen beide Hände an den Handgriffen bleiben. Die zweite Bremse, eine normale Felgenbremse, kann auch als Feststellbremse benutzt werden. Gelenkt wird das Bike durch Drehen der Handkurbeln. Durch den Anbau des einrädrigen bikes wird durch einen speziellen Mechanismus aus dem vierrädrigen Rollstuhl ein Dreirad (also eigentlich:„trike”) mit allen Vor- und Nachteilen: Besonders in Kurven muss Samuel gehörig aufpassen, dass er nicht umkippt. Natürlich ist ein Fahrradcomputer an Bord; so kann Samuel immer sehen, welche Entfernung er gerade, insgesamt und in welcher Zeit zurückgelegt hat.

Beim 10. cSc dabei

Rückstrahler, Beleuchtung etc. machen aus dem hand-bike ein verkehrstüchtiges Fahrzeug. So kann Samuel seinen jugendlichen Bewegungsdrang ausleben. Auch Radtouren - größere an den Rhein wie auch kleinere zum Eiscafé sind - durch das „hand-bike” wieder möglich geworden. Seit seinem zehnten Lebensjahr, also seit 2006, macht Samuel auch beim cSc (capp Sport cup) „gemeinsam rollt’s“ mit. Auch in diesem Jahr, beim 10. cSc, möchte er wieder an den Start gehen. (M. Küppers)

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